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Rantanplan - Licht und Schatten CD
14,90 EUR
inkl. 19 % MwSt.
Art.Nr.: 661162
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Rantanplan - Licht und Schatten CD

21 Jahre Rantanplan. Dereinst gestartet als mächtig schiebendes Druckventil für die innere Wut junger Zwanziger. Drei Hamburger Freunde, damals Neues wagend: Ebenso dreschlustigen wie melodievernarrten Ska-Punk mit deutschen Texten auszustatten. Die Wut steht ihnen gut, Rantanplan verankern sich in der hiesigen Punk-Szene schnell als verdammt guter deutscher Konter auf die Mighty Mighty Bosstones und reifen zu einem Fixpunkt des Underground, auf den man sich stets verlassen kann und der bei allen Richtungs- und Personalwechseln, die mit den Jahren kamen, das Urvertrauen reiner Motive in sich trägt: Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, überzeugte Kantigkeit. Und auch mal aufrichtiger Hass, wo es Not tut. Denn die Jahre mögen weiter ziehen, die Wut bleibt. Und mit ihr das innere Energiefeld, das Rantanplan auch nach zwei Jahrzehnten durch jeden Song und jede kunstvoll gesetzte, gern von (oft französischen) Existenzialisten inspirierte Textzeile treibt.

Verglichen mit früher, wo ihre politischen und gesellschaftlichen Statements häufig mit einer ordentlichen Portion Humor von Kalauer bis feiner Ironie gewürzt waren, dominiert heute oft ein nüchterner – wohl eher: ernüchterter – Realismus. Torben Meissner: „Die meisten Witze haben sich nach fünf Mal Hören verbraucht. Vieles fängt bei uns lustiger an, als es sich dann am Ende darstellt. Für dumme Witzchen ist der Kern des Ganzen oft auch zu ernst. Wir möchten lieber ein Album machen, das man fünf mal hören muss und das dann fünf Jahre bleibt, als was Grelles für den Moment, was nach fünf Durchläufen tot ist.“ Das betreffend, haben Rantanplan mit „Licht und Schatten“ voll ins Schwarze getroffen. Denn es zeigt, wie sehr selbst ein auf die vielbeschworene Jugend abonniertes Genre wie Ska reifen, wachsen und sich erden kann. Wie saugut ihm lustvolle Schwenks in Richtung klassischen Hard- oder launig polternden Noiserock stehen. Und zu welch aufrichtigen Hymnen des Menschlichen in all seiner gebrochenen Schizophrenie und Absurdität sie sich aufschwingen können, ohne dafür am ganz großen Rad drehen zu müssen.

Vom Ding haben Rantanplan also alles richtig gemacht: Songs zwischen Heißsporn und Abregung, Kampfhund und Knalltüte, Kaltschnäuzig- und Warmherzigkeit. In einem Sound, der von Produzentin Linda Gerdes im Hamburger Clouds Hill Studio wohltemperiert zurecht geknarzt wurde. Und doch: „Wir waren immer Underground und sind es auch geblieben“, sagt Torben, der die heutige Formation von Rantanplan – Fabian Vehreschild (Bass), Marlon Fertinger (Drums), Ulf Werner (Trompete), Gero Graas (Posaune) – als, wie er findet, „einfühlsamer Diktator mit Hang zur Gruppenarbeit“ lenkt. „Underground war auch immer okay, zumal es eh keine Wahl gab. Doch eigentlich hoffen wir mit jedem Album, einmal richtig ans Licht zu kommen. Gar nicht, um abzusahnen, das geht heute ja sowieso nicht mehr. Sondern einfach, damit die Leute mal mitkriegen, was wir da machen, damit wir ein bisschen Anerkennung bekommen und vielleicht mal eine Zeit lang auf das Arbeiten neben der Musik verzichten können. Klar, das ist heute schwerer denn je. Aber ich muss es weiter versuchen.“

Eine Anerkennung – diese Bemerkung sei erlaubt – die in Zeiten, wo epigonale Bands wie Turbostaat, Fjørt, Adam Angst oder Pascow mit ihrem kämpferischen Zorn in eine immer breitere Öffentlichkeit streben, und erst Recht angesichts dieses hervorragenden Werks ebenso zwingend wie überfällig wäre. „Nach einem Konzert, oder wenn ich im Studio einen richtig guten Take gesungen habe, fühle ich mich irgendwie reiner“ sagt Torben am Ende. „Es hat eine innere Hygiene stattgefunden, die schlechten Energien sind raus. Ich glaube fest daran, dass Musik uns gesund hält. Für mich ist es so mit Rantanplan. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass es anderen ganz ähnlich geht.“




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